So viele Online-Angebote

Es gibt so viele tolle faszinierende Online-Angebote, um sein Leben zu verändern. Ich nenne hier gern mal welche, wo ich mich schon fast registriert hätte, und es dann aber bisher doch gelassen habe:

Auf Facebook strömt einen aber noch so viel mehr solcherlei Angebote entgegen. Aber manchmal ist das Grundproblem, dass man zuviel online ist. Da kann ein noch mehr online-Sein nicht der richtige Weg sein.
Mittlerweile verschenken so viele Leute, die von Persönlichkeitsentwicklung, Selbst-Organisation bis Online-Marketing Online-Produkte haben, ihre Produkte. Es werden nicht mehr nur Gratis-E-books verschenkt, sondern echte Bücher. Einer fing an, etliche machen es nach. Ich konnte es nicht lassen und habe nun 3 Stück davon rumliegen. Ich habe es lediglich geschafft mal drin rum zu blättern. Zuviel Wissen, zuviel Information, wann soll man das alles konsumieren?

Weniger ist mehr

Es darf alles nicht noch mehr, sondern muss weniger werden. Die ganze Informationsüberflutung ist doch das Problem! Du wirst es nicht lösen können, durch noch mehr konsumieren. D.h. natürlich nicht dass solche Online-Angebote falsch sind. Viele Angebot sind sicher gut und entscheide dich gerne für ein Angebot und dann zieh es richtig durch. Oft weiß man das meiste ja schon irgendwie, aber doch kann so ein Angebot, für das man auch Geld investiert dann doch der Motivator sein, es dann auch wirklich umzusetzen und dran zu bleiben.

Viele versuchen durch mehr an Inhalt besser zu sein. Ich finde das eher abschreckend. Ich will keine hundert Stunden Videos. Und täglich neue Blog-Artikel. Ich will einen klaren Leitfaden, in überzeugender Qualität, gerne per Video und parallel als Text. Mich interessieren Angebote, wo man dann wieder ganz offline in den persönlichen Kontakt kommen kann.

Dieses grundsätzliche Mehr-Denken muss endlich raus den Köpfen: Empfange weniger Mails, benutze weniger WhatsApp, lies weniger Nachrichten, schalt den Fernseher ab! (Ich habe gar keinen mehr!) Kaufe weniger, besitze weniger! Alles, was man besitzt, belastet, weil es Ressourcen frisst.

Und das immer noch von nötigen Wirtschaftswachstum geredet wird, regt mich so auf. Wann hat der letzte kapiert, dass die Wirtschaft nicht ewig wachsen kann und darf? Postwachstum (DeGrowth) ist hier das Stichwort.  Auf Prof. Dr. Niko Paech und die Postwachstumsökonomie möchte ich hier gerne verweisen, wer davon noch nichts gehört hat.

Meine Selbstorganisation

Ich komme in meiner Selbstorganisation derzeit sehr gut zurecht mit GMail, Todoist und einer Inbox (also ein offline-Eingangskasten für Papierdokumente) und einen ansonsten nahezu leeren Schreibtisch.
Früher habe ich Emails versucht irgendwo einzusortieren. Ein total unnötiger Wahnsinns-Aufwand. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich das eingesehen habe, weil ich es liebe alles mögliche zu sammeln und zu kategorisieren. Jetzt drücke ich nur noch in gmail „e“ für „archiviEren“ 😉 oder „#“ für löschen und fertig. Ansonsten mache ich den Workflow mittels GTD und dem Derivat Zen-to-Done -mal mehr, mal weniger erfolgreich. Wenigstens jeden zweiten Tag gibt es eine Zero-Inbox (bei den Emails und im Eingangskasten).

Früher dachte ich, mein Problem sei Prokrastination. Nein, das Problem ist, dass ich ein Scanner bin, und mich viel zu viel interessiert, zu dem ich sage – ja, das will ich noch lesen, ja, da will ich mal hin, cool, da will ich mitmachen und ich permanent neue Ideen habe.
Jetzt kann ich all diese Gedanken erst einfach mal in Todoist aufnehmen und den FOKUS bewahren, für das was gerade wichtig und wesentlich ist. Das Problem ist eine sehr begrenzte Energie und Zeit (ich habe Kinder…) und die muss wohlüberlegt verteilt werden. Es geht gar nicht anders, als zu ganz vielem Nein zu sagen – das geht jetzt nicht, vielleicht später mal.

Und dann kann ich mir wieder gewahr werden, dass diese ganzen Blogs und Vlogs nicht gelesen werden müssen. Dass die von den Anbietern ja auch nur gemacht werden, um vorne dran zu bleiben, um am Ende ihr Produkt erfolgreich zu vermarkten. Dass ich das alles prinzipiell schon weiß. Manche sind inspirierend, ja, und bringen Erkenntnisse – aber sind diese es wirklich wert, den Fokus auf das Wichtige zu verlieren? Ich habe durchaus noch die Gedanken „ich könnte ja etwas wichtiges verpassen“, an denen kann ich noch arbeiten 😉 Dazu gibt’s schon einen bekannten Begriff: FOMO – Fear of missing out

Gegenwärtig sein

Ich muss mich nicht mehr mit anderen vergleichen. Entstressen geht durch Entschleunigen – Gegenwärtig sein, im Hier und jetzt das tun, was zu tun ist, und dabei immer mal wieder zu üben, die vielen Gedanken liebevoll wegzuschieben und achtsam den Geschirrspüler auszuräumen. Mit dem Hund spazieren zu gehen und nichts anderes tun, als achtsam zu gehen – die Gedanken – die nur unendliche Wiederholungen der immer gleichen Themen sind – ausschalten, die Natur spüren, mich spüren, und es dem Hund gleich tun, der gar nicht anders kann als nur den gegenwärtigen Moment zu leben.

PS: Mein weiser Lebenspartner meinte gerade, es hätte eine gewisse Ironie, das dies auch ein Blogartikel ist 😉

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