Tag 11 in China – Stromausfall und Regen

Samstag, 2.4. – Tag 11 Stromausfall und Regen
Heute Morgen war kein Strom, dementsprechend konnte die Schulglocke auch nicht läuten und man tappte sich halt im Dunkeln zu 6 Uhr nach unten oder benutzte Taschenlampen. Draußen regnete es. Zum Glück regnete es genug, dass die Shifus alle wieder ins Bett schickten. Glück gehabt.

Zum Strom fällt mir mein Adapter ein. Der Typ-C Adapter passte natürlich nicht. Der Witz ist, man benutzt die Steckdosen einfach ohne Adapter. Das klappt aber auch nur mit viel Gefummel und Gewalt, denn so ganz passt es eigentlich doch nicht. Trotzdem sollen die Steckdosen auch ganz schnell kaputt gehen, wenn man zu viel Gewalt benutzt. Also ist es jedes Mal ein Geduldsspiel, den Stecker da reinzustecken.

Meine Leggings hing noch auf dem Dach zum trocknen. Da der Regen wohl nicht sonderlich sauber ist, kann ich sie nochmal handwaschen. Zumal der Regen ja nun auch noch radioaktiv sein könnte, wie S. halb scherzte. Da die Waschmaschine nur ganz selten mal funktioniert und gerne auch Wäsche zerstört, habe ich mich entschlossen immer alles von Hand zu waschen. Das wird dann zwar nur bedingt sauber, aber für hier reicht das. Macht aber schon Mühe und kostet Zeit.

Das Vormittagstraining ließ ich ausfallen, weil ich mich weiterhin nicht fit genug fühle. Wenn ich jetzt mit Gewalt wieder mitmache, würde ich morgen wieder ganz durchhängen. Ich habe die Nacht wieder nicht kaum geschlafen, die Nase läuft und läuft und läuft.
L. kam gestern Abend an, aus Deutschland, Aachen und ist 2 Meter groß. Die Basketballspieler freuen sich nun eine Chance gegen die Chinesen zu haben.

Das komischste an den chinesischen Ausbildern hier, bzw. zumindest bei Laoshe Ling und unserem Shifu, ist, dass man nie weiß, war das jetzt ernst gemeint oder nicht?  Manchmal ist das so ein Gemisch. Wenn Shifu scherzt, E. solle 1000 Push-Ups machen, ist es wohl Spaß, wenn Laoshe 100 Push-Ups verordnet, meint sie es auch nicht immer ernst, das ist irgendwie total schwer abzuwägen. 20 Push-Ups für Vergessene Hausaufgaben sind dann aber schon ernst gemeint. Laoshe regt sich auch ernsthaft auf, wenn man während des Unterrichts isst, oder nicht pünktlich ist, lässt dann aber wieder zu, dass man sie so mittendrin alles mögliche fragt, was gar nichts mit dem Unterricht zu tun hat. Und beim Shifu wechselt es hin und her zwischen lachen und ernsten rumbrüllen, wobei ich dann irgendwie sein rumbrüllen auch nicht mehr ernst nehmen kann.
Man kann im eigentlichen alles hier nicht total ernst nehmen, weil man als Ausländer ja letztlich doch selbst entscheiden kann, was man tun will und was man verweigert. Wenn man aber nicht mitzieht, zerstört es wiederum den Gruppenzusammenhalt.
Das ales macht die ganze Situation hier irgendwie skuril. Vielleicht wissen die Shifus auch nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Gestern Abend hatte ich mich noch etwas mit dem neuen blonden Holländer unterhalten, wenigstens er kennt den Choy-Le-Fut Kung-Fu Stil und wir haben uns generell etwas über Kampfsport unterhalten können.

Morgen soll Test sein, daher haben wir in der Abendfreizeit mit dem Shifu etwas die Dinge geübt, die morgen dran kommen. Außerdem wieder eine Runde joggen. Morgen bin ich sicher fit genug.

Chinesisch war gewohnt mäßig langweilig, der neue ist nun auch dabei. Laoshe hat versehentlich den Wasserkanister umgekippt, womit wir erst mal 15 Minuten mit aufwischen verbrachten.

Das Telefon geht leider nicht mehr, weil ich das Guthaben überzogen habe. Dadurch bin ich offenbar nicht mal mehr erreichbar, das ist ärgerlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.