Tag 25 in China – Endlich: Los geht’s mit dem Stock

Samstag, 16.4. – Tag 25 – Endlich: Los geht’s mit dem Stock
Beim Morgentraining hieß es wieder Berg hochlaufen. Und zwar nachdem wir schon so 8 Runden um den Platz gelaufen sind. Es war das erste Mal, dass ich kontinuierlich den Berg hochlaufen konnte. Wir warteten etwas länger auf den neuen Texaner und waren nicht sicher, ob er den Umkehrpunkt mitbekommen hatte, er kam dann aber doch noch an. Dann noch wie gewohnt Kicks gemacht, nur einfache, und dann wars auch schon vorbei.

Beim Vormittagstraining machte der Shifu wieder nen Schlechtgelaunten und schickte uns prompt nochmal den Berg hoch. Ächz! Naja, diesmal bin ich natürlich zwischendrin gegangen, hab aber immerhin den ganzen Berg geschafft. Dann Mabu Gunbu Schrittfolgen geübt und der Shifu meinte zu mir, next class you learn the stick. Very good, hen hao, sagte ich. wir haben noch 15 Minuten Chi-Breathing gemacht, also man sitze im Schneidersitz in der Sonne, schließe die Augen und atme. Dann war Pause.

YanLin hat mir den Stick dann doch noch am dicken Ende gekürzt. Dafür werde ich später noch sehr dankbar sein.
Nun ging es mit Stick los. Natürlich lernt man da nicht gleich die Form, sondern übt erst mal Bewegungen. Mit einer Hand den Stock außen und innen lang drehen, vorwärts und rückwärts. Und dann mit beiden Händen, wobei man dabei noch den Fuß mitdreht. Das sollten wir dann seitlich an der Wand machen, damit der Stick nicht zu schräg rotiert. Das gelang mir fast gar nicht, ständig rammte ich die Scheiben und sah mich schon die Lampe die da hing zertrümmern. Natürlich traf ich mich auch etliche Male selbst, auch mit der kurzen Seite ins Gesicht. Der Shifu wurde schon wieder aggressiv, weil ich es nicht richtig machte, und zeigte es mir wütend noch 2 mal. Ich sagte ihm, dass ich nicht so schnell lernen kann. Wie kann jemand so dermaßen ungeduldig sein, wenn er einem was zeigt. Wir zwei machten die Bewegung eine halbe Ewigkeit und meine Begeisterung den Stick endlich lernen zu dürfen wandelte sich in Aggression gegen das verfluchte Ding, das sich einfach nicht so bewegen lassen wollte. Bei den anderen sah das wunderbar smooth aus (jetzt gehen mir schon die deutschen Worte ab… flüssig meine ich) . Naja, ich fang ja gerade erst an.

Ob der Stock nicht als Gehhilfe am Flughafen durchgeht? Aber ich glaube, die verstehen da keinen Humor, ich probier das besser gar nicht erst.

Der Chinesisch-Unterricht gestaltete sich heute etwas absonderlich. Laoshe, YanLin, wir und Xue-Shifus Vater brachten am Fenster des Unterrichtsraum große Schriftzeichen an. Da diese im Halbkreis angebracht werden sollten, versuchte der Vater mit Hilfe eines Stockes einen Halbkreis anzudeuten, den unser 2-Meter-Mann dann von Innen mit einem Stift folgte. Das Ganze war urkomisch, weil dann ewig rumdiskutiert wurde, ob der Halbkreis nun gut genug ist, und wo und wie und wie rum welche Zeichen angebracht werden. Darunter kamen dann fein ordentlich angeordnet die Ergebnisse der chinesischen Schüler. Vielleicht war das irgendein Best-Of. Keine Ahnung. Die ganze Prozedur war komisch genug, um schnell meine Videokamera zu holen und das zu filmen. Es verbrauchte eine ganze Unterrichtsstunde, das war mir sehr recht.

In jeder Pause übte ich die Bewegungen mit dem Stock. Es ist ärgerlich, dass ich als Linkshänder diese trotzdem mit rechts machen muss. Mit der linken Hand konnte ich alles auf Anhieb besser.
Zum Abendessen gab es wieder die gefüllten Teigtaschen. Nein danke, den Fehler mache ich nicht nochmal. Ich machte mir meine deutsche Maggi-Rindfleischsuppe und aß hier gekaufte Mini-Milchbrötchen mit Marmelade und Honig.
Einige andere spielen hier jede Woche das Tofu-Spiel. Es gibt die gefüllten Teigtaschen mit Tofu oder eben mit Fleisch. Nun kann man den Spaß machen eine Tofu-Teigtasche zu den Fleischtaschen zu mischen und wer es erwischt, ist, weil Tofu keiner mag, die Tofu-Pussy für eine Woche und hat das Tofu-Pussy-T-Shirt zu tragen, wo dann lauter so Sachen wie „I’m the Tofu-Pussy“, „shame on me“ und mehr drauf gemalt wurde. Ne danke, ohne mich.

Heute hat permanent die Alarmanlage eines Autos (also die Hupe) alle Leute genervt. Seit dem Vormittag bis zum Abend hin
Beim Abendtraining habe ich weiter geübt und es mir erklären lassen, bis die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger anfing abzureißen. Ich durfte auf mein Zimmer gehen zum Pflaster drauf kleben. Dann nahm ich gleich noch die speziellen geriffelten Handschuhe mit, die ich wohlweislich dafür eingepackt hatte und übte weiter.

Da heute besonders viele Touristen sind, ist heute direkt nebenan auf dem Basketballplatz ein Fernseher aufgestellt und sehr laute Musik ertönt. Man kann so wirklich nicht schlafen. Also kommt Oropax zum Einsatz.

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